von Peter Aldozó, Kreis- und Stadtrat Burghausen
Wir müssen reden, über die Chemieindustrie in unserem Landkreis, und wie Vertrauen aufs Spiel gesetzt wird!
Kurzer Rückblick: Vor 40 Jahren gab es die großen Chemie-Skandale: Die Bhopal-Katastrophe in Indien 1984 und schon vorher das Seveso-Unglück 1976, die das hochgiftige Dioxin ins Bewusstsein der Gesellschaft holte.
Das Image der Chemie-Industrie befand sich am Tiefpunkt. Daraus wurden Lehren gezogen, in den Unternehmen aber auch in der Politik.
Ein Grundverständnis Grüner Politik ist, dass Ökologie und wirtschaftlicher Erfolg nicht im Widerspruch stehen müssen. Ein Dialog zwischen Ökologie und Chemieindustrie kam in Gang.
Die Chemische Industrie bringt dem Landkreis Wohlstand, gute Arbeit und Lösungen für Zukunftsprodukte.
Es wurden auch hier im Chemiedreieck Umweltabteilungen geschaffen, Nachhaltigkeitsberichte erstellt und die europäischen Klimaschutzziele ernst genommen.
Aktuell befindet sich die Industrie in einer Transformationhin zur CO2-Neutralität. Das Image der Chemieindustrie hat sich signifikant verbessert.
Warum sind wir heute zu dieser Demo zusammengekommen?
Es geht um den Umgang mit Altlasten, die bis in die Gegenwart und die Zukunft hineinwirken!
Und da stellen sich folgende zentralen Fragen:
1. Wer übernimmt Verantwortung und Kosten für kontaminierten Erdaushub?
2. Wer übernimmt Verantwortung und Kosten für belastetes Trinkwasser?
Diese Fragen stellen sich mittlerweile Privatpersonen bei Baumaßnahmen genauso wie Investoren, Kommunen und auch der Landkreis bei geplanten Bauvorhaben.
Vom Verzehr der Fische in der Alz wird abgeraten. Auch hier stellt sich die Frage, inwieweit aus dem belasteten Fluss Wasser ins Grundwasser und somit auch in unser Trinkwasser gerät.
Um all diese Fragen beantworten zu können,
brauchen wir Boden- und Wasseranalysen! Deshalb brauchen wir Messwerte!
Dass nun Dyneon dem Landratsamt gerichtlich mit fadenscheinigen Argumenten untersagen will, Messwerte, die der Öffentlichkeit zustehen auch zu veröffentlichen, zerstört mühsam aufgebautes Vertrauen.
Es ist kein Geheimnis, dass Kommunen und der Landkreisüberlegen, den Rechtsweg einzuschlagen, wohinter wir als Grüne hundertprozentig stehen.
Deshalb braucht es mehr denn je: Transparenz auf allen Ebenen!
Wir Grüne haben an Dyneon und dessen Muttergesellschaft 3M, bzw. dem schweizer Nachfolgeunternehmen Capmont Group AG
Drei klare Forderungen:
1. Keine weitere Vertuschungsstrategien!
2. Messwerte öffentlich machen!
3. Verantwortung übernehmen!
